Ausbildungsversicherung: Lohnt sich das?

Ausbildungsversicherung: Lohnt sich das?

Welche Eltern würden nicht gerne ihren Kindern finanziell zur Seite stehen bei den wichtigen Schritten im Leben? Doch das ist nicht immer ohne weiteres möglich: Auslandsaufenthalt, Führerschein oder die erste eigene Wohnung gehen ganz schön ins Geld. Ein noch größerer Brocken ist die Ausbildung. Gerade, wenn der Nachwuchs studieren möchte. So kostet das Studium bis zum Abschluss an einer staatlichen Hochschule häufig knapp 50.000 Euro. Grund genug für Eltern, die Ausbildung ihres Kindes schon frühzeitig abzusichern. Aber bei den angebotenen Ausbildungsversicherungen ist Vorsicht geboten. Häufig lohnen sie sich nicht. Andere Geldanlagen dagegen im Einzelfall aber durchaus.

 

Was steckt hinter der Ausbildungsversicherung?

Das Konzept der Ausbildungsversicherung wirkt auf den ersten Blick einfach verständlich und für Eltern attraktiv. Jeden Monat bezahlen sie einen festen Beitrag in die Versicherung. Nach einer festen Laufzeit bekommt das begünstigte Kind die Versicherungssumme ausgezahlt. Bei einigen Versicherern ist es auch möglich, dem Kind später eine Art monatliche Unterhaltsrente auszahlen zu lassen. Und zwar unabhängig davon, ob der Beitragszahler dann noch am Leben ist oder nicht.

Was zuerst verlockend klingt, wird schnell zur Falle bei der Ausbildungsversicherung. Und am Ende bleibt sie ein ziemlich teurer Spaß. Die hohen Kosten für den Abschluss und die Verwaltung drücken auf die Rendite. Bis zu fünf Prozent betragen sie bei einigen Ausbildungsversicherungen.

Nicht immer wollen nur die Eltern für den Nachwuchs sparen, häufig möchten auch Großeltern und Paten oder andere Verwandte etwas zurücklegen. Für sie ist es aber selten ratsam, eine Ausbildungsversicherung abzuschließen. Gerade ältere Menschen bezahlen sehr hohe Beiträge, weil sie ein deutlich höheres Risiko haben, vor Vertragsende zu versterben. Deshalb empfiehlt es sich, dass nur verhältnismäßig junge Personen Beitragszahler für eine Ausbildungsversicherung sind, da die Versicherung den Ausfall des Beitragszahlers für den Versicherungsnehmer absichert.

Varianten der Ausbildungsversicherung

Eigentlich verstecken sich hinter dem Begriff „Ausbildungsversicherung“ Lebensversicherungen, die sich immer aus einem Risikoschutz und einer Geldanlage zusammensetzen. Dabei werden in der Regel zwei Varianten angeboten:

1. Mit festem Vertragsende

Die „klassische“ Ausbildungsversicherung ist eine Lebensversicherung mit festem Auszahlungstermin. Das kann beispielsweise der 18., aber auch erst der 27. Geburtstag des Kindes sein. Man spricht in diesem Fall auch von einer „Termfix-Versicherung“. Die einzahlende Person, zum Beispiel ein Elternteil, Großelternteil oder anderer Verwandter, ist der Versicherungsnehmer. Falls dieser während der Laufzeit des Vertrages verstirbt, übernimmt die Versicherung die Beiträge – eine sogenannte Risikoabsicherung, damit die Auszahlung weiterhin zum vereinbarten Stichtag erfolgt.

2. Als Altersvorsorge

Eine immer häufiger angebotene Variante besteht darin, für die Ausbildung eine Versicherung anzubieten, die wie eine Rentenpolice funktioniert. Versicherungsnehmer sind auch in diesem Fall die Eltern oder Verwandten, allerdings kann das Kind, wenn es volljährig ist, den Vertrag selbst fortführen. Während der Laufzeit lässt sich immer wieder Kapital entnehmen. Denn Ausbildungsversicherungen dieser Art laufen häufig 60 Jahre oder länger, das macht sie besonders teuer und unflexibel.

Sinnvolle Alternativen

Wer nach einer sinnvollen Versicherung für die Ausbildung seiner Kinder sucht, sollte demnach nicht unbedingt die Ausbildungsversicherung wählen. Zwar gibt es Angebote, die Rendite abwerfen, aber diese ist häufig so gering, dass sie kaum der Rede wert ist.

Wenn Eltern nach einer Alternative suchen, sollten sie eine Grundregel im Hinterkopf behalten: Versicherung und Vorsorge sind voneinander zu trennen. Bevor es an eine Ausbildungsversicherung geht, sollten zuerst existenzielle Risiken abgesichert werden. Eine Risikolebensversicherung beispielsweise sichert Kinder gegen den Verlust eines Elternteils zumindest finanziell ab. Mit einer Berufsunfähigkeitspolice dagegen wird die Versorgungslücke nach einem Unfall oder dauerhafter Krankheit aufgefangen. Mit zur Risikoabsicherung gehören auch eine Unfallversicherung – am besten inklusive Invaliditätsversicherung – sowie die private Haftpflichtversicherung. Sind sie allesamt vorhanden, sollte erst an eine Geldanlage gedacht werden.

Banksparpläne

Banksparpläne sind eine sichere Anlage. Wer eine Rücklage oder für einen bestimmten Zeitpunkt eine feste Summe ansparen möchte, der ist mit diesen Geldanlagen gut bedient. Von Banken und Sparkassen werden drei unterschiedlichen Varianten angeboten:

  • Sparpläne mit Zinstreppe – d. h., die Zinsen steigen Jahr für Jahr ein wenig an
  • Variable Zinsen, angepasst an den Marktzins und mit während der Laufzeit steigenden Boni
  • Feste Laufzeiten mit festen Zinsen

Fondssparpläne

Ein Fondsparplan ist eine empfehlenswerte Variante, wenn über einen längeren Zeitraum ein Vermögen aufgebaut werden soll. Die monatlichen Beiträge fangen schon bei 25 Euro an und sind in der Regel flexibel: Die Ratenhöhe lässt sich variieren, gegebenenfalls aussetzen und es lassen sich auch zusätzliche Beiträge einzahlen.

Steuertipp: Kinder werden, obwohl sie minderjährig sind, als vollwertige Steuerzahler gesehen. Damit stehen ihnen auch der Grundfreibetrag von 8.130 Euro, der Sparerpauschbetrag von 801 Euro sowie die Sonderausgabenpauschale in Höhe von 36 Euro zu. Deshalb sollten die Geldanlagen auf den Namen des Kindes laufen. Auf Zinserträge und Kursgewinne fallen 25 Prozent Abgeltungssteuer an.