Die wichtigsten Autoversicherungen

Die wichtigsten Autoversicherungen

Im Straßenverkehr reicht schon die kleinste Unachtsamkeit, um sich und andere Auto-, Motorrad- oder Fahrradfahrer zu gefährden. Damit ein Blechschaden oder Unfall für Sie nicht teuer wird, gibt es Versicherungen. Erfahren Sie hier, mit welchen Kfz-Versicherungen Sie sich und Ihr Fahrzeug schützen.

Kfz-Haftpflichtversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung. Ohne diese Police können Sie Ihr Auto überhaupt nicht anmelden. Sie übernimmt Schadensersatzforderungen, wenn Sie zum Beispiel einen Unfall verursachen und dabei ein anderes Auto beschädigen oder einen Menschen verletzen. Man unterscheidet drei Arten von Schäden:

  • Personenschäden: Sie verursachen einen Auffahrunfall. Der Fahrer des anderen Wagens wird dabei verletzt.
  • Sachschäden: Sie übersehen, dass das Auto vor Ihnen an einer Ampel gehalten hat und fahren ihm hinten drauf. Der Fahrer ist unverletzt, aber sein Wagen ist beschädigt.
  • Reine Vermögensschäden: Sie parken Ihr Auto vor der Garage Ihres Nachbarn. Dieser kann dadurch nicht mit seinem Auto zum Flughafen fahren, verpasst seinen Flug und muss einen neuen buchen.

Die minimale Deckungssumme der Versicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie beträgt mindestens 7,5 Millionen Euro für Personenschäden, 1,12 Millionen für Sachschäden und 50.000 Euro für reine Vermögensschäden. Stiftung Warentest empfiehlt allerdings eine höhere Summe. Die Versicherungssumme sollte mindestens 50 Millionen Euro pauschal, besser noch 100 Millionen Euro pauschal betragen.

Die Beitragshöhe hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören:

  • Typklasse Ihres Fahrzeugs
  • Ihr Wohnort (Regionalklasse)
  • Wie lange Sie schon unfallfrei fahren (Schadenfreiheitsklasse)
  • Alter des Fahrers
  • Gefahrene Kilometer pro Jahr

Typ- und Regionalklasse berechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jeden Herbst neu. Die 12 Regionalklassen werden durch die Schadenbilanz einer Region bestimmt. In Großstädten ist das Unfallrisiko wegen der hohen Verkehrsdichte größer. Daher gelten für Frankfurt am Main und Wiesbaden die teuren Regionalklassen 11 bzw. 12 (Stand: 2016). In Bad Homburg zahlen Sie hingegen dank Regionalklasse 9 einen geringeren Beitrag.

Auch mit Ihrem eigenen Verhalten beeinflussen Sie die Prämienhöhe. Mit jedem Jahr ohne Unfall steigen Sie eine Schadenfreiheitsklasse auf. Die Versicherung gewährt Ihnen einen Schadenfreiheitsrabatt, Ihre Versicherungsprämie sinkt. Haben Sie einen Unfall, stuft die Versicherung Sie zurück. In der höchsten Schadenfreiheitsklasse, SF35, zahlen Sie beispielsweise nur bis zu 20 Prozent des eigentlichen Beitrags. Fahranfänger stuft die Versicherung aufgrund der fehlenden Fahrpraxis normalerweise in Schadenfreiheitsklasse 0 ein, sie zahlen den vollen Beitrag.

Kaskoversicherung

Schäden an Ihrem Auto übernimmt die Kaskoversicherung. Sie ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Man unterscheidet Teilkasko und Vollkasko:

  • Teilkasko: Brand, Explosion, Unwetterschäden, Diebstahl, Unfälle mit Haarwild
  • Vollkasko: zusätzlich zu Leistungen der Teilkaskoversicherung Zusammenstoß mit Nutztieren, Marderschäden, Vandalismus, versehentlich selbstverursachte Schäden

Die Vollkaskoversicherung bietet umfassenden Schutz für Ihren Pkw, ist aber kostspielig. Sie eignet sich vor allem für Neuwagen. Für ältere Autos reicht eine Teilkaskoversicherung. Genau wie bei der Kfz-Haftpflichtversicherung wird der Beitrag von verschiedenen Faktoren bestimmt. Auch hier spielen Typ- und Regionalklasse eine Rolle. Da Kfz-Haftpflicht, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung verschiedene Risiken versichern, haben Sie jeweils eigene Typ- und Regionalklassen. Bei der Kaskoversicherung führen Jahre ohne Schadenmeldung ebenfalls zu einer höheren Schadenfreiheitsklasse und damit zu einem günstigeren Beitrag.

Kfz-Schutzbrief

Die gelben ADAC-Autos kennt jeder: Sie kommen zu Hilfe, wenn ein Fahrzeug liegenbleibt oder nicht mehr anspringt. Einen Kfz-Schutzbrief erhalten Sie bei Autoclubs wie dem ADAC und Autoversicherungen. Manchmal sind sie sogar Bestandteil von Kfz-Haftpflicht- oder Kaskoversicherungen. Kfz-Schutzbriefe versprechen schnelle und unkomplizierte Pannenhilfe. Zu den Leistungen gehören je nach Anbieter:

  • Pannenhilfe am Unfallort
  • Abschleppen in die nächste Werkstatt
  • Bergen des Fahrzeugs
  • Mietwagen oder eine andere Reisemöglichkeit, damit man bei Ausfall des Autos trotzdem an den Zielort gelangen kann
  • Beschaffung von notwendigen Ersatzteilen im Ausland

Der Schutzbrief eignet sich vor allem für Leute, die viel mit dem Auto unterwegs sind oder mit dem eigenen Wagen in den Urlaub fahren. Die Leistungen gelten oft nicht nur im In-, sondern auch im europäischen Ausland. Gerade außerhalb Deutschlands ist der Schutzbrief sinnvoll, da der Anbieter schnell und einfach im fremden Land die Pannenhilfe organisiert.

Verkehrsrechtsschutzversicherung

Werden Sie bzw. Ihr Fahrzeug durch einen anderen Autofahrer ge- bzw. beschädigt und dessen Kfz-Haftpflicht kommt nicht für den Schaden auf, bleibt Ihnen nur der Weg vor Gericht. Dies ist teuer – vor allem, wenn Sie durch mehrere Instanzen hindurch klagen. Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten für Ihren Anwalt und – falls Sie verlieren -den der Gegenseite, zahlt ggf. Gerichts- und Verfahrenskosten und kommt für Gutachter und etwaige Zeugengelder auf. Die Verkehrsrechtsschutzversicherung ist häufig Bestandteil einer Rechtsschutzversicherung, Sie können sie aber auch separat abschließen.

Die Versicherung unterstützt Sie, wenn Sie Schadensersatz oder Schmerzensgeld nach einem nicht selbst verursachten Verkehrsunfall einklagen möchten. Sie hilft aber auch in anderen Streitfällen rund um Ihren Pkw. Dazu gehören:

  • Probleme mit Behörden, beispielsweise wegen Entzug der Fahrerlaubnis
  • Vertragsrechtsstreitigkeiten beim Kauf oder Leasing eines Wagens
  • Bußgeldverfahren
  • Steuerstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Auto

Die Verkehrsrechtsschutzversicherung greift nicht nur, wenn Sie Ihr Auto selbst fahren, sondern auch, wenn Sie als Fußgänger oder Radfahrer in einen Verkehrsunfall verwickelt sind. Auch als Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Carsharing sind Sie damit geschützt.

Fazit: Diese Autoversicherungen brauchen Sie

  • Die Kfz-Haftpflicht braucht jeder Pkw-Halter. Sie ist eine Pflichtversicherung.
  • Die Kaskoversicherung lohnt sich für neue oder teure Autos.
  • Der Kfz-Schutzbrief ist sinnvoll für Vielfahrer und Personen, die mit dem eigenen Auto in den Urlaub fahren.
  • Die Rechtsschutzversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Muss.