Das kostet der Führerschein in Hessen

Das kostet der Führerschein in Hessen

Vor dem Fahren steht das Sparen: Wer seinen PKW-Führerschein macht, benötigt ein finanzielles Polster, denn der Fahrunterricht ist teuer. Lesen Sie hier, wie sich diese Kosten zusammensetzen und welche Summe Sie durchschnittlich bezahlen.

Mit diesen Kosten sollten Sie rechnen

Einen festen Preis für den Führerschein zu nennen, ist schwierig. Da es keine einheitliche Gebührenordnung für Fahrschulen gibt, legen diese die Gebühren für Theorieunterricht und Fahrstunden selbst fest. Die Preise variieren zudem je nach Region. Das Vergleichsportal preisvergleich.de hat im Jahr 2013 die Kosten für den Führerschein bei 802 Fahrschulen in ganz Deutschland verglichen – Durchschnittswert: 18 Übungsstunden und 12 Sonderfahrten. Im Schnitt zahlen Fahrschüler 1.380 Euro, bis Sie Ihre Fahrerlaubnis in den Händen halten. Hessen ist hierbei laut der Studie das viertteuerste Bundesland. Der Schein kostet Sie hier durchschnittlich 1.501 Euro. Wiesbaden liegt mit 1.541 Euro sogar etwas über, Frankfurt mit 1.429 Euro etwas unter diesem Durchschnittswert.

Fahrschule

Die Kosten für die Fahrschule setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen. preisvergleich.de hat auch dafür Durchschnittswerte ermittelt:

Hessen Frankfurt am Main Wiesbaden
Grundgebühr (inkl. theoretischem Unterricht) 170,40 Euro 133,00 Euro 173,00 Euro
Reguläre praktische Fahrstunde à 45 Minuten 33,00 Euro 32,00 Euro 36,00 Euro
Sonderfahrt à 45 Minuten 44,00 Euro 42,00 Euro 44,00 Euro
Theorieprüfung 58,80 Euro 67,00 Euro 54,00 Euro
Praxisprüfung 112,40 Euro 107,00 Euro 114,00 Euro

Wie hoch die Kosten für die Fahrschule sind, hängt auch davon ab, wie viele praktische Fahrstunden Sie absolvieren. Dies ist bei jedem Fahrschüler anders. Einige brauchen nur wenig Übung, andere hingegen viel Zeit, bis sie sicher genug im Straßenverkehr unterwegs sind. Das liegt ganz im Ermessen Ihres Fahrlehrers, denn er oder sie bestimmt, wann Sie bereit für die Führerscheinprüfung sind.

Der ADAC gibt auf seinem Jugendportal eine Empfehlung, wie teuer eine Fahrschule sein darf. So sollte die Grundgebühr höchstens das 10-fache der Kosten einer Fahrstunde betragen, eine Sonderfahrstunde sollte nicht mehr als das 1,5-fache einer regulären Stunde kosten. Bei der theoretischen und praktischen Prüfung zahlen Sie außer den Prüfungsgebühren an TÜV oder DEKRA auch ein Vorstellungsentgelt an die Fahrschule. Dieses sollte für Theorie- und Praxisprüfung zusammen maximal das 5-fache einer normalen Fahrstunde betragen.

Prüfung

Die theoretische sowie die praktische Prüfung werden von einem externen Prüfer durchgeführt. In Hessen ist der TÜV für die Fahrprüfungen zuständig. Die Kosten für die Prüfungen zahlen Sie häufig direkt an die Fahrschule, die den Betrag dann an den TÜV überweist. Die Gebühren betragen (Stand: Mai 2016):

  • Theoretische Prüfung: 20,83 Euro
  • Praktische Prüfung: 112,81 Euro

Führerscheinantrag

Damit Sie nach der Prüfung Ihren Führerschein in den Händen halten können, stellen Sie einen Antrag auf Ersterteilung einer Fahrerlaubnis beim Einwohnermeldeamt. Dies kostet zwischen 40 und 45 Euro. Neben Ihrem Personalausweis benötigen Sie für den Antrag weitere Dokumente, für die Gebühren anfallen können:

  • Biometrisches Passbild: ab 8 Euro
  • Nachweis über Teilnahme an einem Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“: 30 bis 40 Euro
  • Sehtest von einem Augenarzt oder Optiker: 6,43 Euro (gesetzlich vorgeschriebene Gebühr)

Nehmen Sie am begleiteten Fahren ab 17 Jahren teil, kommen weitere Kosten auf Sie zu. Die Prüfbescheinigung, die Sie bis zu Ihrem 18. Geburtstag statt des richtigen Führerscheins nutzen, kostet 7,70 Euro (Stand: Mai 2016). Für die Überprüfung der Begleitperson(en), die Sie in die Prüfungsbescheinigung eintragen, fallen zwischen 1,50 Euro und 10 Euro an sowie 3,30 Euro für die Einholung einer Auskunft aus dem Fahreignungsregister.

Prüfung nicht bestanden?

Jemandem die Vorfahrt genommen, ein Stopp-Schild übersehen oder vor Aufregung die Geschwindigkeitsbegrenzung aus Versehen nicht eingehalten? Bei der Führerscheinprüfung durchzufallen, ist nichts Ungewöhnliches. Im Jahr 2014 wurden nach einer Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts 26 Prozent der praktischen Prüfungen nicht bestanden. Bei den theoretischen Prüfungen waren sogar 32 Prozent nicht erfolgreich. Wenn Sie die Prüfung wiederholen, zahlen Sie das Vorstellungsentgelt der Fahrschule und die Prüfungsgebühren noch einmal. Haben Sie die praktische Prüfung nicht geschafft, fallen weitere kostenpflichtige Fahrstunden an, bis Sie sich sicher fühlen und Ihr Fahrlehrer Sie erneut vormerkt.

So planen Sie Ihr Führerscheinbudget

Bevor Sie sich bei einer Fahrschule anmelden, sollten Sie sich sicher sein, dass Sie den Unterricht und die Prüfung auch bezahlen können. Planen Sie für Ihren Führerschein lieber mehr Geld ein als zu wenig. Viele Banken und Sparkassen bieten zum Beispiel Führerscheinsparen an. Die Anzahl der praktischen Fahrstunden lässt sich nämlich nur schwer vorhersagen und Sie sollten sich einen finanziellen Puffer einkalkulieren, falls Sie bei einer der beiden Prüfungen durchfallen.