Altersvorsorge für Frauen: Altersarmut verhindern

Altersvorsorge für Frauen: Altersarmut verhindern

Immer mehr Menschen fürchten sich davor, im Alter nicht genügend Rente zu bekommen. Vor allem Frauen sind gefährdet, in die Armutsfalle zu tappen. Häufig werden sie sich dessen erst bewusst, wenn es bereits zu spät ist, etwas für die Altersvorsorge zu tun. Eines ist klar: Die gesetzliche Rente allein wird für viele Menschen im Alter zukünftig nicht mehr ausreichen. Daher sollten sich sowohl Frauen als auch Männer frühzeitig mit den diversen Möglichkeiten der betrieblichen und privaten Altersvorsorge auseinandersetzen und sinnvoll investieren.

 
 

Warum sind Frauen häufiger von Altersarmut betroffen als Männer?

Frauen in Deutschland bekommen im Alter rund 46 Prozent weniger Rente als Männer. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Jahr 2017 durchgeführte Studie der OECD. Damit landet Deutschland bei der „Gender Pension Gap“ (geschlechtsspezifische Rentenlücke) unter allen OECD-Ländern auf dem letzten Rang. Das bedeutet: Frauen sind hierzulande häufiger von Altersarmut betroffen als Männer – und müssen aufgrund einer höheren Lebenserwartung zudem deutlich länger mit einer kleinen Rente auskommen. Den Armutskreislauf zu durchbrechen ist nahezu unmöglich, und er kann mit prekären Lebensverhältnissen einhergehen. Doch warum ist das so?

Im Laufe des Erwerbslebens zahlen Männer durchschnittlich mehr in die Rentenversicherung ein als Frauen. Dementsprechend haben sie im Alter mehr Entgeltpunkte angespart und einen höheren Rentenanspruch. Die Ursachen dafür liegen in den unterschiedlichen Erwerbsbiografien begründet.

Gender Pay Gap und geschlechtsabhängige Berufswahl

Laut Statistischem Bundesamt verdienen Frauen durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer (Stand: 2017). Das liegt unter anderem daran, dass sie tendenziell häufiger in Branchen arbeiten, in denen das Lohnniveau vergleichsweise niedrig ist. Insbesondere soziale und Pflegeberufe sind noch immer eher weiblich besetzt, wohingegen Männer Berufe mit einem höheren Lohnniveau präferieren. Ein geringes Lohnniveau führt dazu, dass Frauen im Laufe ihres Erwerbslebens weniger in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen als Männer. Gleichzeitig verdienen Frauen immer noch rund sechs Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen in einer vergleichbaren Position und sind seltener in den Führungsetagen von Unternehmen vertreten. Zudem birgt ein niedriges Gehalt weniger Spielraum, für das Alter zu sparen und vorzusorgen. Folglich entwickelt sich die „Gender Pay Gap“ im Alter zur „Gender Pension Gap“.

Schwangerschaft, Erziehung, Pflege: Familiengerechte Arbeitszeitmodelle

Die Familienplanung hat einen erheblichen Einfluss auf die zukünftigen Rentenansprüche vieler Frauen. Zwar werden schwangerschaftsbedingte Auszeiten sowie Kindererziehungszeiten mittlerweile zur Rente angerechnet und mit Entgeltpunkten berücksichtigt. Doch oftmals folgt auf den ersten Nachwuchs auch ein langfristiger Einschnitt in der Erwerbsbiografie: Viele Frauen entscheiden sich dafür, ihre Vollzeitbeschäftigung zugunsten der Familie aufzugeben und stattdessen in Teilzeit zu arbeiten oder einer geringfügigen Beschäftigung nachzugehen. Die Reduktion der Arbeitszeit zieht nicht nur ein niedrigeres Gehalt nach sich, sondern auch geringere Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Auch in der Pflege sehen sich noch immer mehr Frauen als Männer in der Pflicht, die Arbeitszeit zu reduzieren, um für pflegebedürftige Angehörige zu sorgen. Die Folge: Viele Frauen müssen mit einer niedrigen Rente im Alter auskommen.

Wussten Sie, dass …
… 31 Prozent der Deutschen zwischen 100 und 300 Euro pro Monat für die Altersvorsorge sparen? Jeweils 9 Prozent gaben an, sogar zwischen 300 und 500 oder mehr als 500 Euro zurückzulegen.“
(Quelle: Fidelity International, 2018)

Wie sollten Frauen für das Alter vorsorgen?

Wer im Alter abgesichert sein möchte, sollte gut vorsorgen – unabhängig von Geschlecht und Alter. Sowohl Frauen als auch Männer sollten sich schon frühzeitig mit den diversen Möglichkeiten der Altersvorsorge auseinandersetzen und ein individuell passendes Vorsorgeprodukt wählen. Um sich umfassend abzusichern, verteilen Sie Ihr Sparpotenzial bestenfalls auf die drei Säulen der Altersvorsorge.

  • Basisvorsorge: Die gesetzliche Rente und die berufsständischen Versorgungswerke sind für jeden Arbeitnehmer die Grundlage der Altersvorsorge. Freiberufler und Selbstständige können sich ein zusätzliches Polster mithilfe der staatlich geförderten Basis-Rente anlegen – auch bekannt unter dem Namen „Rürup-Rente“.
  • Geförderte Zusatzvorsorge: Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, einen Teil des Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) zu investieren. Zwar ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, selbst auch etwas einzuzahlen, trotzdem lohnt sich eine bAV oftmals, um Vermögen langfristig aufzubauen und im Alter davon zu profitieren. Zu den beliebtesten Varianten, für das Alter vorzusorgen, zählt außerdem die Riester-Rentenversicherung. Mit der klassischen Riester-Rente investieren Sie in Versicherungen mit einer garantierten Verzinsung, ohne ein Risiko einzugehen.
  • Private Zusatzvorsorge: Bausparverträge, Lebensversicherungen, Sparverträge, Immobilien, Investmentfonds – Möglichkeiten, privat für das Alter vorzusorgen, gibt es viele. Um herauszufinden, welches Vorsorgeprodukt sich für Ihre individuelle Situation am besten eignet, sollten Sie sich umfassend informieren. Ihr Naspa-Berater steht Ihnen bei der Suche nach einem passenden Produkt gerne zur Seite.