Modernisierungskredit für teure Um- und Ausbauten

Modernisierungskredit für teure Um- und Ausbauten

Dort blättert schon die Fassade ein bisschen, hier wäre ein größeres Bad schön – und dann braucht die Heizungsanlage auch endlich mal ein Upgrade auf den Stand der Technik des 21. Jahrhunderts. Was jeder Hausbesitzer aus eigener Erfahrung weiß: Bei der eigenen Immobilie ist immer was zu tun. Eine Ausbesserung der Fassade oder ein Badumbau sind vielleicht noch mit den Rücklagen auf dem Sparbuch finanzierbar. Die neue Heizung hingegen erweist sich oft als größere Herausforderung fürs Budget. In dieser Situation hilft ein Modernisierungskredit. Aber eben auch, wenn das Dach neu gedeckt werden muss, neue Fenster nötig sind oder ein Wintergarten her soll.

 

Was genau ist ein Modernisierungskredit?

Im Prinzip handelt es sich bei einem Modernisierungskredit um einen normalen Ratenkredit. Man erhält von der Bank ein Darlehen in der Höhe, die man für den Umbau braucht. Für den Kredit verlangt die Bank Zinsen, die man zusammen mit der ausgezahlten Kreditsumme zurückzahlt. So weit, so klar? Letztlich zahlt man somit immer etwas mehr an die Bank zurück, als der Umbau tatsächlich kostet. Der Vorteil: Man muss nicht die gesamte Summe auf einmal stemmen. Stattdessen zahlt man den Kredit über fünf oder zehn Jahre zurück – in monatlichen Raten und mit Sondertilgung, falls man mal etwas Geld übrig hat.

Der große Unterschied zwischen einem Raten- und einem Modernisierungskredit? Der Vergleich zeigt, dass der zweite zweckgebunden ist. Das bedeutet, dass Sie den Kredit nur für Umbauten in Haus und Wohnung verwenden dürfen. Vertraglich wird das zwar meist nicht genauer festgehalten, sprich: Die geplanten Änderungen werden nicht im Kreditvertrag aufgelistet. Allerdings bespricht man das Umbauvorhaben genauer mit der Beraterin oder dem Berater. Oft muss man auch Planungsunterlagen oder Kostenvoranschläge einreichen. Mit solchen Nachweisen liegt der Zinssatz üblicherweise etwas unterhalb der Zinsen eines Ratenkredits, der Modernisierungskredit ist also billiger.

Typische Arbeiten, die mit einem Modernisierungskredit finanziert werden können, sind:

  • Wärmedämmung der Fassade oder des Dachs
  • Einbau oder Erneuerung von Thermofenstern
  • Austausch der Heizungsanlage
  • Aufbau einer Photovoltaik-Anlage
  • Umbau zu einem altersgerechten Bad
  • Bau eines Wintergartens
  • Bau einer Garage oder eines Carports

Noch günstiger als der Modernisierungskredit ist im Vergleich die Baufinanzierung. Doch bei dieser bestehen Banken und Sparkassen auf einer Eintragung ins Grundbuch. Solche Sicherheiten sind beim Modernisierungskredit in der Regel nicht notwendig. Allerdings ist aus diesem Grund seine Höhe oft auf einen Betrag von bis zu 50.000 Euro begrenzt. Gehen die Kosten für die Modernisierung darüber hinaus, können sie nicht über einen Kredit, sondern nur über ein Baudarlehen finanziert werden. Das ist aber von Bank zu Bank und von Sparkasse zu Sparkasse unterschiedlich geregelt. Ihr Naspa-Berater hilft Ihnen gern, das richtige Finanzierungsmodell zu finden.

Gibt es weitere Besonderheiten?

Ja. Erstens: Nur der Besitzer einer Immobilie darf einen Modernisierungskredit aufnehmen. Mieter erhalten keinen Kredit, die Modernisierung liegt in der Verantwortung ihres Vermieters. Und zweitens: Bei hohen Kreditsummen kann es sein, dass ein bestimmter Anteil an Eigenkapital gefordert wird. Das bedeutet: Der Kreditnehmer finanziert die Kosten maximal zu 70 bis 80 Prozent über den Kredit. Den Rest – also die übrigen 20 bis 30 Prozent – muss er selbst beitragen. Beispiel: Die Aufstockung eines Wohngeschosses kostet 60.000 Euro. Der Hausbesitzer erhält einen Modernisierungskredit über 48.000 Euro, die übrigen 12.000 Euro finanziert er mit den Rücklagen auf seinem Festgeldkonto.

Wussten Sie, dass…
die Modernisierungskosten von denkmalgeschützten Gebäuden zu 90 Prozent von der Steuer abgezogen werden können?
(Quelle: Finanzverwaltung NRW, 2009)

Gibt es Alternativen zum Modernisierungskredit?

Ja. Alternativen zum Modernisierungskredit sind das KfW-Darlehen, der Bausparvertrag und der Ratenkredit. Für alle, die nicht mehr genau wissen, was das war – wir erklären die drei Finanzierungsmodelle der Reihe nach etwas detaillierter.

Die KfW-Förderung

Wer sein Haus (oder die Wohnung) energieeffizienter machen will, kann für solche „energetischen“ Modernisierungen einen Kredit bei der KfW-Bank beantragen. Bei der KfW-Bank (KfW steht für „Kreditanstalt für Wiederaufbau“) handelt es sich um eine Förderbank der Bundesrepublik Deutschland. Die KfW vergibt ihren „Modernisierungskredit“ ebenfalls nur zweckgebunden, allerdings zu besonders günstigen Zinssätzen. Allerdings muss man sich vor dem Umbau von der Bank beraten lassen. Auch Planung und Ausführung werden von der Bank begleitet. Es gibt ganz unterschiedliche Förderprogramme: Je mehr Energie eingespart werden kann, desto höher fällt die Förderung aus. Der KfW-Kredit für eine Sanierung beinhaltet eventuell auch einen Finanzierungszuschuss.

Der Bausparvertrag

Die Modernisierung von Eigenheim oder Eigentumswohnung lässt sich auch über einen Bausparvertrag finanzieren. Dabei handelt es sich um eine zweistufige Kombination aus Sparbuch und Immobiliendarlehen. Man beginnt mit der Ansparphase, in der man regelmäßig Geld auf den Bausparvertrag überweist. Die Ansparphase wird mit der Wohnungsbauprämie unter Beachtung von Einkommensgrenzen staatlicherseits gefördert. Nach mehreren Jahren ist der Bausparvertrag „zuteilungsreif“, nun kann man das entsprechende Darlehen beantragen. Der Vorteil: Der Zinssatz steht von Anfang an fest. Falls die Zinsen langfristig steigen, hat man sich frühzeitig gute Konditionen gesichert.

Der Ratenkredit

Der klassische Raten- oder Privatkredit ist nicht zweckgebunden. Das heißt, man kann mit einem Privatkredit das Bad umbauen oder einen Wintergarten vor das Wohnzimmer setzen – aber auch Handwerker die Wohnung neu tapezieren lassen oder neue Möbel, Vorhänge und Teppiche bezahlen. Mitunter ist die Kombination aus einem Modernisierungskredit für den Umbau und einem zweiten Ratenkredit für die Renovierung, zum Beispiel für den Kauf der Inneneinrichtung, möglich. Ihr Naspa-Berater berät Sie hierzu gern.

Fazit

  • Mit dem Modernisierungskredit können Sie größere Um- und Anbauten Ihrer Wohnimmobilie finanzieren, aber keine neuen Möbel oder Tapeten.
  • Durch die Zweckbindung erhalten Sie für den Modernisierungskredit im Vergleich zu einem normalen Ratenkredit günstigere Konditionen.
  • Alternativen zum Modernisierungskredit sind die KfW-Förderung, der Bausparvertrag und ein nicht zweckgebundener Ratenkredit.